MOFI IM MORGENGRAUEN
TOTALE MONDFINSTERNIS AM 16.05.2003![]() IMPRESSUM EMAIL-KONTAKT © Mondfinsternis.info 2003 - 2010 |
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Die MoFi am 16.05.2003 im Überblick Wo konnte man die MoFi sehen? Wie beobachtet man die MoFi? Wie war das Wetter am 16.05.2003? Links zur MoFi am 16.05.2003 |
Unser Bericht von der MoFi am 16.05.2003![]() |
DIE MONDFINSTERNIS AM 16.05.2003 IM ÜBERBLICKWenige Tage vor der Mondfinsternis hatte man den Eindruck, dass sie gegenüber dem gerade stattgefundenen Merkurtransit und der bald anstehenden spektakulären Sonnenfinsternis deutlich weniger Beachtung finden würde. Die Besucherzahlen auf Mondfinsternis.net und die zahllosen Berichte, Fotos und Forenpostings, die in den nachfolgenden Tagen erschienen, belehrten uns eines Besseren. Selten hatte es im Übrigen bei einer totalen Mondfinsternis in Mitteleuropa so hervorragende Wetterbedingungen gegeben.Niemandem gelang es, den verfinsterten Mond noch nach Sonnenaufgang zu beobachten; für die meisten endete die MoFi wenige Minuten nach Beginn der totalen Phase damit, dass der verfinsterte Mond in der Morgendämmerung einfach vor dem bereits sehr hellen Himmelshintergrund verschwand. Doch niemand war darüber wirklich enttäuscht. Der Anblick der hauchdünnen, rötlichen Mondsichel am blauen Dämmerungshimmel hinterließ wohl bei jedem, der sie sah, einen tiefen Eindruck. Im Laufe des Sommers 2003 zeigte sich, dass die drei großen Ereignisse im Mai 2003 der Amateurastronomie im Internet einen neuen Schub gebracht hatten. Zudem ermöglichte der Preisverfall bei den Digitalkameras nun auch Laien die Aufnahme ansprechender, z.T. auch hochwertiger Astro-Fotos. Zahlreiche neu entstandene Webpräsenzen bezeugen diese Entwicklung.
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(Hinweis dazu: MESZ = GMT + 2 Stunden = UT + 2 Stunden) ![]() Situation bei Monduntergang für 50°N / 10°E. Erstellt mit WIN-ECLIPSE 3.2 von Heinz Scsibrany. (Dünner Ring = Halbschatten; dunkle Fläche = Kernschatten) |
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WO KONNTE MAN DIE MONDFINSTERNIS SEHEN?Die Mondfinsternis am 16.05.2003 findet für uns in Mitteleuropa leider unter recht ungüstigen Voraussetzungen statt. Mal abgesehen davon, dass sie auf die frühen Morgenstunden eines Werktages (Freitag) fällt, geht der Mond etwa zur Mitte der totalen Verfinsterung unter. Bereits zu deren Beginn ist es so hell, dass - abgesehen von der Venus - keine Sterne oder Planeten mehr sichtbar sind. Falls die Atmosphäre nicht ganz klar ist, kann der vollständig verfinsterte und entsprechend lichtschwache Mond im horizontnahen Dunst nur noch mit einem Fernglas, vielleicht auch gar nicht erkannt werden. Unter Umständen müssen Sie sich also bei dieser MoFi mit einer Beobachtung der partiellen Phasen zufrieden geben. Auf jeden Fall gilt dies, wenn Sie ziemlich weit im Osten Deutschlands leben. An einem Ort 51 Grad nördlicher Breite und 14.5 Grad östlicher Länge beginnt die totale Phase erst wenige Minuten, bevor der Mond den Horizont berührt. Deutlich besser sieht es ganz im Westen (51 Grad Nord, 6,5 Grad Ost) aus, denn hier tritt der Mond bereits eine gute halbe Stunde vor seinem Untergang vollständig in den Kernschatten der Erde ein. (Berechnungen mit WIN-ECLIPSE 3.0 von Heinz Scsibrany). Und hier können Sie bei wirklich absolut klarem Himmel etwas sehen, was Sie vielleicht nie für möglich gehalten hätten: eine Mondfinsternis bei Sonnenschein! Die Sonne geht nämlich bereits einige Minuten vor Monduntergang auf. Ein Lichtbrechungseffekt in der horizontnahen Atmosphäre, die sogenannte Refraktion, führt zudem zu einer scheinbaren Anhebung beider Himmelskörper um etwa den eigenen Durchmesser. Man sieht die Sonne also bereits, bevor Sie geometrisch über dem Horizont steht, und den verfinsterten Mond noch, wenn er eigentlich bereits unter den Horizont gesunken ist. Eine solche Situation ist für einen bestimmten Beobachtungsort außerordentlich selten. Zumindest bis 2030 ist dies die einzige MoFi in Mitteleuropa, bei der Sonne und Mond gleichzeitig mit vollem Durchmesser über dem Horizont sichtbar sein werden.Wir haben für 40 Städte, die den gesamten deutschsprachigen Raum abdecken, Grafiken der MoFi erstellt. Diese zeigen die Situation jeweils zu dem Zeitpunkt, zu dem der Mond noch 1 Grad über dem mathematischen Horizont steht. Unter extrem günstigen Bedingungen kann der Mond - u.U. mit Hilfe eines Fernglases - noch ein paar Minuten länger beobachtet werden. Die Grafiken wurden mit Hilfe des Programms WIN-ECLIPSE 3.0 von Heinz Scsibrany erstellt, anschließend beschriftet und auf ca. 16 kB komprimiert. Durch Klicken auf den Ortsnamen wird die entsprechende Grafik in einem separaten Fenster geöffnet. Hinweise: - Schwarze Fläche = Kernschatten - äußerer Ring = Halbschatten - MESZ = mitteleuropäische Sommerzeit Alle Angaben ohne Gewähr! BASEL BERLIN BERN BONN BOZEN BREMEN DORTMUND DRESDEN ERFURT EUPEN FLENSBURG FRANKFURT/MAIN FRANKFURT/ODER FREIBURG/BREISGAU GENÈVE GRAZ HAMBURG HANNOVER INNSBRUCK KASSEL KONSTANZ LINZ/ÖSTERREICH LUXEMBOURG MAGDEBURG MÜNCHEN NÜRNBERG OSNABRÜCK PASSAU REGENSBURG ROSTOCK SAARBRÜCKEN SALZBURG STRASBOURG STUTTGART TRIER VADUZ VILLACH WIEN WÜRZBURG ZERMATT Wer diese MoFi vollständig, bis zum Wiederaustritt des Mondes aus dem Kernschatten, beobachten möchte, kann dies in Europa nur in Portugal, dem äußersten Südwesten Spaniens und auf den atlantischen Inseln (Kanaren, Madeira, Azoren) tun. Aber bereits in der Mitte Frankreichs und in Südengland ist zumindest die totale Phase der Finsternis komplett zu verfolgen. Den Platz in der ersten Reihe haben bei dieser MoFi Beobachter im Osten der USA und Kanadas, in der Karibik, in Südamerika sowie auf den Galapagos-Inseln, wo übrigens eine exklusive Kreuzfahrt zur Beobachtung des Ereignisses stattfindet. Klicken Sie bitte auf die Karte, um eine vergrößerte Ansicht in einem separaten Fenster zu öffnen.
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WIE BEOBACHTET MAN DIE MONDFINSTERNIS?Zum Beobachten einer Mondfinsternis benötigen Sie eigentlich nichts außer Ihren Augen. Wenn Sie ein Fernglas, und sei es auch nur ein kleines Opernglas, besitzen, so sollten Sie dieses zusätzlich benutzen - der Anblick des Roten Mondes ist dann noch um vieles eindrucksvoller! Bei der MoFi am 16.05.2003 kann ein Fernglas auch notwendig sein, um den verfinsterten Mond am fast taghellen Himmel im Horizontdunst überhaupt erspähen zu können. Meiden sollten Sie deshalb auch künstliche Lichtquellen. Was Sie dagegen unbedingt suchen müssen, ist ein Platz mit freiem Blick zum Südwest-Horizont. In den Mittelgebirgen und in den Alpen ist es unter Umständen gar nicht einfach, einen solchen zu finden. Hochgelegene Stellen am Westrand der Gebirge kommen am ehesten infrage. Dagegen kann im Flachland der beste Beobachtungsplatz durchaus das heimische Küchenfenster sein. Mehr noch als sonst sind Sie bei dieser MoFi auf einen absolut wolkenfreien Himmel angewiesen, denn Wolken häufen sich nun einmal aufgrund des flachen Blickwinkels in Horizontnähe ......![]() Himmelsausschnitt um den Mond bei Beginn der totalen Phase. Der gelbe Kreis hat einen Durchmesser von 10 Bogengraden.
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WIE WAR DAS WETTER AM 16.05.2003?Besser als am frühen Morgen des 16.05.2003 hätten die Wetterbedingungen kaum sein können. Zwar gab es hier und da leichten Morgennebel, aber ansonsten war der Himmel über Mitteleuropa weitgehend klar. Lediglich über den Alpen zeigt das Satellitenbild, das etwa 30 Minuten vor dem Beginn der partiellen Verfinsterung (2. Kontakt) aufgenommen wurde, dichtere Wolkenbänder. Seit 1981 war bei lediglich drei MoFis ein ähnlich klarer Himmel über fast dem ganzen deutschsprachigen Raum zu verzeichnen gewesen, nämlich bei den totalen Mondfinsternissen der Jahre 1986, 1990 und 1997.![]() Satellitenbild (Infrarot, Ausschnitt) von NOAA 16 vom 16.05.2003, 03:27 MESZ.
Das weiße Quadrat markiert die ungefähre Lage von Bonn. Image courtesy to Dundee Satellite Receiving Station, Dundee University, Scotland. |