|
Eigentlich kann man die Mondfinsternis am 09.11.2003 nicht als kurz bezeichnen, denn immerhin vergehen zwischen 1. und 6. Kontakt mehr als 6 Stunden (Ablauf der MoFi). Ungewöhnlich kurz ist mit 24 Minuten Dauer allerdings die totale Phase, also der Zeitraum zwischen 3. und 4. Kontakt. Die Ursache hierfür liegt in der Geometrie dieser Finsternis: der Mond durchquert den Kernschatten der Erde am 09.11.2003 lediglich in dessen randlichen Partien. Entsprechend ist der Weg, den er im Kernschatten zurücklegt, deutlich kürzer als z.B. bei der nachfolgenden MoFi am 04.05.2004. Dann wird die totale Phase 76 Minuten, also rund dreimal solange, währen. Am längsten dauert eine totale Mondfinsternis, wenn der Mond durch das Zentrum des Kernschattens zieht, was z.B. am 16.07.2000 der Fall war. Zwischen dem 3. und dem 4. Kontakt vergingen damals 107 Minuten, ein Wert, der in den nächsten 1000 Jahren nicht mehr überboten wird.
Eine Zahl, der angibt, wie tief der Mond in Einheiten seines eigenen Durchmessers in den Kernschatten der Erde eintaucht, ist die Magnitude der Finsternis. Am 16.07.2000 wurde mit einer Magnitude von 1,77 der maximal mögliche Wert von 1,88 nahezu erreicht. Die Magnitude der MoFi am 04.05.2004 wird 1,31 betragen, am 09.11.2003 sind es bescheidene 1,02. Je größer die Magnitude einer totalen MoFi ist, desto länger dauert sie also offensichtlich. Der minimal denkbare Wert ist 1,00; dem wird die MoFi am 04.04.2015 (in Europa nicht sichtbar) mit 1,01 sehr nahe kommen. Die Länge der totalen Phase wird in dieser Aprilnacht lediglich 12 Minuten betragen - kaum mehr als manche ringförmige Sonnenfinsternis!
|